RZ vom Samstag, 19. November 2011
Die Woche im Rückspiegel
Von mehrfach aktiven Politikern und hochdekorierten Gärtnern
Spitzen und Notizen aus dem Kreis Ahrweiler, gesammelt von Tommy Schalk
Politik ist, wenn man trotzdem lacht. Eine gewagte These, finden Sie? Vielleicht. Doch ich kann’s belegen. Also steigen Sie ein in mein Taxi, lehnen Sie sich zurück und schmunzeln Sie!
Rote Verwirrung
„Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ lautet der Buchtitel des Autors Richard David Precht. Eben dieser Frage dürften die Remagener Kommunalpolitikerin Agnes Menacher sowie ihre Parteigenossen aus der SPD, für die Menacher im Stadtrat und diversen Ausschüssen sitzt, in den vergangenen Wochen intensiv nachgegangen sein. Grund dafür sollte ein Lapsus sein, wie er einmal passieren kann. Gleich in doppelter Ausführung aber nicht sollte. Zur Erklärung: Nach dem Rückzug von Altbürgermeister Lorenz Denn aus den politischen Ämtern, ausgenommen seiner Mitgliedschaft im Bauausschuss, mussten die Sozialdemokraten entsprechende Nachrücker benennen. Und just beim Ausschuss für Familie, Jugend, Senioren und Soziales sowie beim Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung unterlief der Doppelfehler. Obwohl nämlich bereits Mitglied sowie Stellvertreterin, wurde Agnes Menacher nicht nur von den Genossen, sondern dem gesamten Rat einstimmig gewählt. Am politischen Engagement der „Doppelgängerin“ gibt es sicher keinen einen Zweifel. Und auch den Vorwurf einer „Ämterhäufung“ kann man nicht gelten lassen. Stellen sich daher folgende Fragen: Wem hätte es auffallen müssen? Agnes Menacher selbst, trotz oder gerade wegen des vollen Terminkalenders? Der Verwaltung, welche die Zusammensetzung der Gremien protokolliert? Oder den Ratskollegen, die ebenfalls in besagten Ausschüssen sitzen und das „doppelte Lottchen“ hätten bemerken müssen? Sei es drum. Zur nächsten Stadtratssitzung am Nikolausvorabend zaubern die Sozialdemokraten den nächsten Kandidaten aus dem Sack. Bleibt dann nur zu hoffen, dass dieser nicht ebenfalls als Doppelgänger enttarnt wird.
Gelbe Profilierung
Ihr Profil als Partei mit Wirtschaftskompetenz schärft zurzeit die Grafschafter FDP. Seit die Liberalen ihren Stammtisch in wechselnden Lokalitäten veranstalten, kommt richtig was bei rum. Und weil sie sich vorgenommen haben, reihum alle Einkehrmöglichkeiten in der Grafschaft aufzusuchen, wollen sie auch gleich eine Bestandsaufnahme machen und festhalten, was es wo gibt, welche Gerichte, welche Servicemöglichkeiten, welche Unterhaltungsmöglichkeiten vom Kegeln über Dart bis hin zu Sportübertragungen im Fernsehen. Die Liberalen bewerten nichts, notieren aber wichtige Fakten wie Öffnungszeiten, Parkplatzangebot oder Lieferservice. Von diesem Fleiß mag sich der geneigte Wähler auf der Internetseite www.fdp-grafschaft.de überzeugen. Wohl bekomm’s! Weiterlesen…