• Rheinzeitung 22.12.2017

    Marco Weber (links) und Ulrich van Bebber (rechts) mit dem Vertreter der Bürgerinitiative Wolfgang Hurth bei der Infoveranstaltung in Oberdürenbach

    Protest Warum Oberdürenbacher Initiative Pro Umwelt und FDP den Windpark in der Nachbarschaft ablehnen

    Oberdürenbach. Drei geplante Windräder in Dedenbach und Königsfeld werden derzeit im Brohltal heftig diskutiert. Jetzt lud die Gemeinschaft Pro Umwelt in Oberdürenbach zu einer Informationsveranstaltung in die Königsseehalle ein – Nachwehe eines Treffens der Initiative mit Vertretern der Kreis-FDP und dem FDP-Landtagsabgeordneten Marco Weber, der auch Vorsitzender des Umweltausschusses im Landtag ist.

    In seiner Begrüßung erläuterte Ortsbürgermeister a. D. Wolfgang Hurth den langen Kampf der Initiative gegen die Windräder und seine Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser als einzelne Anlagen geplanten Windräder. Konkreter und dringender Anlass für das Treffen aber war die Eröffnung des Raumordnungsverfahrens durch die Kreisverwaltung Ahrweiler. Hier werden die Planungen offengelegt, und alle betroffenen Behörden und Bürger haben das Recht, ihre Stellungnahmen einzubringen.

    Weber machte seine grundsätzliche Unterstützung der Initiative deutlich und wies darauf hin, dass die FDP in den Koalitionsvertrag bereits eine Eingrenzung des vorher ungesteuerten Wildwuchses bei der Windkraft erreicht hätte: „Jetzt müssen Anlagen ein Mindestabstand von 1000 Metern, bei mehr als 200 Metern Höhe einen Mindestabstand zur Ortsbebauung von 1100 Metern einhalten, und es müssen mindestens drei Windräder im Verbund aufgestellt werden.“

    Diese neue Politik habe dazu geführt, dass die Windkraft Investoren ihre ursprünglichen Planungen ändern mussten. Die Standorte und die Höhe von zwei Anlagen mussten geändert werden, damit die neuen Abstandsregelungen eingehalten werden können.

    Weber erklärte, dass angesichts geänderter Rahmenbedingungen nach seiner Erfahrung die Rentabilität vieler Windkraftanlagen sehr genau überprüft werden sollte. „Oft werden von den Investoren Erwartungen geweckt und Berechnungen vorgelegt, die später der Realität nicht standhalten. Daher rate ich dringend, sich die Berechnungsgrundlagen genau anzuschauen und noch einmal genau nachzurechnen, ob die versprochenen Erträge tatsächlich realistisch sind.“

    „Neben den Zweifeln an der Rentabilität der Anlagen teilen wir die Befürchtungen, dass hier das Landschaftsbild unwiederbringlich zerstört wird,“ erklärte van Bebber. Zu ihren stärksten Argumenten gegen die Errichtung solcher Anlagen zählt „Pro Umwelt“ Vorkommen von Rotmilanen, Schwarzstorch, Fledermäusen und diversen anderen seltenen Tieren und Pflanzen, zudem einen großen 100 bis 150 Jahre alten Buchenbestand sowie die Entfernung einer geplanten Anlagen von nur 750 m bis zum Waldgut Schirmau, das als Sondergebiet mit besonderer Schutzfunktion ausgewiesen ist. Darüber hinaus wäre es absurd die Blickachsen auf die Burg Olbrück derart zu beeinträchtigen. Negative Auswirkungen befürchtet die Gemeinschaft auch für den Tourismus. Der Schönheit der Landschaft und der Erholungswert würden erheblich beeinträchtigt.

    Alle Beteiligten legten auch Wert auf die Feststellung, nicht grundsätzlich gegen Windkraft und erneuerbare Energien zu sein. „Aber auch die Energiewende rechtfertigt keine großflächige Landschafts- und Naturzerstörung. Sinnvoll ist es, die Windräder auf wenige Flächen zu konzentrieren, und nicht willkürlich über die Landschaft zu verteilen“, so Steinhausen.

    Die Unterlagen zur vereinfachten raumordnerischen Prüfung zum Bau von Windkraftanlagen liegen in der Kreisverwaltung und der Verbandsgemeindeverwaltung Niederzissen bis zum 11. Januar aus. Anregungen kann man bis zum 26. Januar vorbringen.

    RZ Kreis Ahrweiler vom Freitag, 22. Dezember 2017

     

     

    Dieser Artikel wurde am 22. Dezember 2017 um 19:15 Uhr verfasst und gelistet unter Allgemein. Sie können alle Kommentare über den RSS Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Website setzen.
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