FDP gratuliert Annemarie Müller Feldmann zum 92. Geburtstag

Annemarie Müller-Feldmann freut sich über die Glückwünsche zu Ihrem 92. Geburtstag, die die Vertreter der FDP (von links) David Jacobs, Christina Steinhausen und Ulrich van Bebber überbringen.
Annemarie Müller-Feldmann freut sich über die Glückwünsche zu Ihrem 92. Geburtstag, die die Vertreter der FDP (von links) David Jacobs, Christina Steinhausen und Ulrich van Bebber überbringen.

Annemarie Müller-Feldmann hat keine Zeit zum Altwerden

 

 

Judentum-Expertin ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes

 

 

 

Ihren 92. Geburtstag feierte kürzlich Annemarie Müller-Feldmann aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Selbst an diesem besonderen Tag stand die Jubilarin - wie eigentlich immer - in ihrem 1967, also vor über 50 Jahren!, eröffneten Antiquariat in der Neuenahrer Poststraße für ihre Kunden bereit. Unter den Gratulanten waren auch Vertreter der FDP, in der Annemarie Müller-Feldmann nach wie vor aktiv ist. „Wir freuen uns sehr und sind stolz darauf, dass wir mit unserer Annemarie eine engagierte und anerkannte Persönlichkeit in unseren Reihen haben“, erklärte der FDP-Kreisvorsitzende Ulrich van Bebber. Und wie aktiv die 90-Jährige noch ist, habe sie erst im Kommunalwahlkampf wieder gezeigt. „Denn“, so die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Christina Steinhausen, „selbst in ihrem hohen Alter ist Annemarie im Kreisvorstand aktiv, sogar an den Infoständen der Liberalen sowie bei den diversen Veranstaltungen ist sie bei dabei.“

Steinhausen erinnerte daran, dass sich die Bad Neuenahrer Bürgerin seit Jahrzehnten ehrenamtlich dafür einsetzt, dass die Zeugnisse jüdischen Lebens erhalten bleiben: „Sie gab den jüdischen Menschen, die in der Kreisstadt und Umgebung lebten und im Nationalsozialismus ausgegrenzt, deportiert und ermordet wurden, durch ihre Nachforschungen ein Gesicht. Indem sie Kontakt zu noch lebenden Juden beziehungsweise deren Nachfahren aufbaute, leistete sie einen Beitrag zur Versöhnung.“ Für diese engagierte Aufarbeitung der Geschichte der Juden in der Region wurde Müller-Feldmann 2013 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

 

Müller-Feldmann wurde 1927 in Ulm geboren, wo sie auch aufwuchs. Sie interessierte sich schon früh für Geschichte und fremde Kulturen und ging schließlich zwecks Ägyptologie-Studium nach Bonn. Nach der Heirat wanderte sie 1948 mit ihrem Mann nach Israel aus, wo 1952 Sohn Schmulik geboren wurde. Dank Vermittlung der Unesco arbeitete sie bis 1962 als Pressefotografin in Israel, eine Tätigkeit, bei der sie der Polit-Prominenz begegnete und viel Anerkennung erntete. Als sie mit ihrem zweiten Mann Israel besuchte, wurde das Paar von Mosche Dajan persönlich empfangen. Zurück in Deutschland, befasste sie sich mit der jüdischen Geschichte im Kreis Ahrweiler. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bürgervereins Synagoge Bad Neuenahr-Ahrweiler und setzt sich für den Erhalt der jüdischen Friedhöfe ein. Mit ihrem Hebräisch-Kenntnissen hat sie die Inschriften auf den Grabsteinen entziffert, Namen recherchiert, mit Zeitzeugen gesprochen und so die Geschichte des jüdischen Lebens im Kreis Ahrweiler sichtbar gemacht. Noch heute macht sie mit Geschichten und Hintergrundinformationen bei ihren Führungen über jüdische Friedhöfe die Riten und Bräuchen des Judentums, aber auch Einzelschicksale, erlebbar.

 

Neben ihrem Geschäft, der FDP, dem Synagogenverein und der Partnerschaft zwischen der belgischen Stadt Brasschaat und Bad Neuenahr-Ahrweiler findet sie noch die Zeit für Kommunalpolitik. Langweilig ist ihr nie. Zu tun gibt es immer genug. „So habe ich gar keine Zeit, alt zu werden“, erklärt die Jubilarin.

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